In diesem Jahr erwartet die Schattenwirtschaft in Österreich ein signifikantes Wachstum und wird voraussichtlich 8,1 Prozent der heimischen Wirtschaftsleistung ausmachen. Dies entspricht einem Betrag von etwa 40,7 Milliarden Euro. Der Linzer Ökonom Friedrich Schneider hat diese Schätzung vorgenommen und nennt dabei drei Hauptgründe für diesen Anstieg.
Der erste Grund für das Wachstum der Schattenwirtschaft ist die anhaltende wirtschaftliche Unsicherheit, die durch verschiedene externe Faktoren verstärkt wird. Krisen, wie beispielsweise die Nachwirkungen der COVID-19-Pandemie und geopolitische Spannungen, haben viele Menschen in eine finanzielle Notlage gebracht. In solchen Fällen suchen viele Einzelpersonen nach alternativen Einkommensquellen, die oftmals in der Schattenwirtschaft zu finden sind.
Ein weiterer Faktor ist die zunehmende Technologisierung und Digitalisierung. Immer mehr Dienstleistungen können online angeboten werden und sind dadurch weniger kontrollierbar. Diese digitalen Plattformen bieten Handwerkern und Dienstleistern die Möglichkeit, ihre Dienste ohne offizielle Registrierung oder Besteuerung anzubieten, was die Umsatzsteuer und andere Abgaben umgeht. Die Flexibilität und Anonymität des Internets begünstigen das Wachstum von illegalen Tätigkeiten.
Schließlich trägt auch die verstärkte Besteuerung und Regulierung in verschiedenen Branchen zur Zunahme der Schattenwirtschaft bei. Höhere Steuern auf Dienstleistungen und Produkte führen dazu, dass einige Anbieter versuchen, ihre Einnahmen durch nicht gemeldete Tätigkeiten zu steigern. Diese Entwicklung schafft einen Teufelskreis, da die Regierung durch höhere Steuern versucht, die Finanzlage zu verbessern, was jedoch paradoxerweise dazu führt, dass mehr Personen in die Schattenwirtschaft abwandern.
Die gesteigerte Aktivität in der Schattenwirtschaft hat nicht nur Auswirkungen auf die betroffenen Unternehmen und Einzelpersonen, sondern auch auf die gesamte Wirtschaft. Während einige Menschen kurzfristige finanzielle Vorteile aus der Schattenwirtschaft ziehen können, fehlen letztere Steuereinnahmen, um öffentliche Dienstleistungen und Infrastruktur aufrechtzuerhalten. Langfristig gesehen könnte dies auch zu einem Rückgang des Vertrauens in das reguläre Wirtschaftssystem führen.
Zusammenfassend lässt sich sagen, dass die Schattenwirtschaft in Österreich in diesem Jahr voraussichtlich erheblich ansteigen wird. Die Schätzungen des Experten Friedrich Schneider verdeutlichen, dass die Gründe hierfür eng mit der wirtschaftlichen Unsicherheit, der technologischen Veränderung und dem Anstieg der Regulierung zusammenhängen. Es bleibt abzuwarten, wie die Gesellschaft und die politische Landschaft auf diese Entwicklungen reagieren werden, um die negativen Folgen der Schattenwirtschaft zu minimieren.